„In Eins-Komma-Sechs Kilometern bitte Rechts abbiegen.“ sagte die freundliche und eindeutig künstliche Frauenstimme nach einem gongartigen Hinweiston in das dunkle Auto. Genau genommen war es nicht die Stimme die künstlich schien, sondern eher der ruckartige Satzbau, der verriet das man es hier mit einem elektronischen Navigationssystem zu tun hatte. Die Stimme gehörte Andrea Schwarzer.
Andrea Schwarzer war eine ganz und gar nicht künstlichen Frau, die sich gerade, ungefähr drei-hundert-fünf-und-fünfzig Komma sechs Kilometer von dem Fahrzeug entfernt, in dem das Autoradio ihre Stimme verstärkte, im Bett wälzte. Hätte sie gewusst, was sich just in den nächsten Minuten in diesem bisher wohlgeleiteten VW Passat des Typs B5 ereignen würde, so wäre sie vielleicht aufgewacht. Vielleicht hätte sie versucht irgendjemanden anzurufen. Vielleicht die Bildzeitung. Vielleicht RTL Aktuell. Vielleicht, doch das wäre gegen ihre Prinzipien gewesen, die Polizei. Doch Andrea Schwarzer konnte, so wie das eigentlich seine Richtigkeit hat, nicht in die Zukunft sehen und so wusste noch niemand von dem Schicksal und dem letzten Gespräch des Ehepaar Wuhler. Wobei von ersterem bald jeder aus der Zeitung und letzterem wohl niemand jemals etwas erfahren würde. Es klang in etwa so:
Ich habe am Sonntag meinen fest-PC neu aufgesetzt und nebenbei eine Menge Daten von früher “gerettet”. Darunter ein Text, den ich mit 16 schrieb und der typischerweise etwas fatalistisch ist. Da ich sonst nichts weiter zu sagen habe, kopiere ich ihn mal hier rein.
Das Auge auf ihrem Tadellosem erscheinen, lausche ich ihren Intelligenten Sätzen. Lache wenn der Witz kommt nicht, weil ich ihr den Gefallen tun will, sondern weil er geschmackvoll und gut ist.
Ich komme mir lächerlich vor in meinem Anzug, er passt nicht. Er passt nicht zu mir. Ich bin nicht der einzige dem das so geht. Einige Bekannte sind unter den Gästen. Schatten der Freunde die ich einst hatte. Wir waren anders gewesen. Anders als jetzt, wilder, bereit, jünger. Wie unkompliziert waren die Dinge doch in der Kindheit gewesen mit all meinen Freunden und ihr. Jeden Nachmittag auf der alten Parkbank trafen wir uns, machten Hausaufgaben, lernten voneinander, trafen andere.
Nur schwer kann ich mich von ihrem Gesicht abwenden während sie mit meinen Freunden spricht. Der rettende Fluchtpunkt die Blumenvase auf dem Tisch. Rosen sind darin. Wie gern würd ich sie ihr jetzt schenken, mich mit diesem wundervollen Wesen verbinden für immer zusammen mit ihr.
Ich muß weg von diesen Gedanken, verlasse fluchtartig das Café, niemand scheint es zu bemerken. Ein letzter Blick durch das Fenster lässt mich sehen, wie sie ihren Liebhaber umarmt. Meine Augen brennen. Ich habe mich nicht verabschiedet.
Als ich Gestern in die Zukunft sah, hielt ich dich nachts in meinen Armen.
Du hattest sonst Angst gehabt, allein in deinem Bettchen und deine Mutter musste schon häufig genug für dich aufstehen. Nun wäre eben ich einmal dran gewesen, aber das hatte mir nichts ausgemacht. Schließlich bin ich seit je her auch eine Nachteule und da kann ich mich wohl kaum beschweren, wenn du, ausgestattet mit meinen Genen, Nachts lieber wach warst als deine Altersgenossen, nicht wahr? Insgeheim war ich so gerne bei dir, dass ich die Möglichkeit in deine noch so klaren, blauen Augen zu schauen dem Schlafen vor zog.
Als ich Gestern in die Zukunft sah, reparierte ich dir gerade dein Fahrrad.
Es war ein schrottiges Teil von Ebay, weil meine karge, finanzielle Situation nicht mehr hergab. Aber für dich hätte ich jeden Tag, ob er nun noch so stressig für mich war, nach einem neuen Loch im Schlauch gesucht. Ich hatte gerade diese Stützräder abmontiert, gegen die ich von Beginn an gewesen bin, aber es kann ja nicht immer nach mir gehen. Ob du das Fahrrad fahren nun schnell oder langsam lerntest, mir war es das wichtigste, dass ich es mit dir lernen konnte.
Ich hatte die letzten zwei Wochen wieder mal einen Unsichtbarkeitsanfall und hab mich nach Bielefeld verdrückt. Ganz abgetrennt von der Aussenwelt verbrachte ich hier vergnüglich meine Zeit zu einem großen Teil damit, einen Diablo 2 Charakter zu “leveln” (das steht für “dieses Spiel so lange spielen, bis die Spielfigur eine beträchtliche Stärke erreicht hat”). Da ich diesem Spiel in einem Anfall von angeborener Wahnsinnigkeit gesagt hatte, mein Charakter dürfe tot bleiben, wenn er einmal sterbe (ein sogenannter “Profi”-Charakter) war ich untröstlich als sich mein Barbar nach einer halben Woche spielzeit aus unachtsamkeit in Luft auflöste.
Zu dem Zeitpunkt spielte ich dieses Spiel übrigens auf einem Mac. Ich musste zu dieser Gelegenheit feststellen, das Macs nicht nur gut aussehen, sondern auch ganz tolle Sachen können. Zum Beispiel können sie einem das Gefühl geben, etwas von Musik zu verstehen. Garage Band ist im Fabrikpaket eines Macs dabei und ermöglichte es mir, meinen verstorbenen Barbaren in einem angemessenen Abschied zu würdigen.
Ich entschuldige mich bei allen aber insbesondere bei Verena, dass ich einfach so abgehauen bin. Tut mir wirklich leid :(.
…ziehen die Grünen bei den vorgezogenen Neuwahlen zum 10. Bundestag mit 5,6 % der Stimmen in den Bundestag ein.
…gibt das Magazin stern exklusiv den Fund von Tagebüchern Adolf Hitlers bekannt. Sie werden wenige Wochen später als Fälschung Konrad Kujaus enttarnt.
…rehabilitiert Papst Johannes Paul II. Galileo Galilei.
…titelt der Spiegel: „Tödliche Seuche AIDS: Die rätselhafte Krankheit“ und rückt die Krankheit in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit in Deutschland.
…wird der Kriegszustand in Polen beendet.
…schiesst die Sowjetunion ein südkoreanisches Passagierflugzeug Flug KAL007 ab.
…besetzen die USA Grenada.
…finden erste, freie Wahlen in Argentinien statt.
…endet das deutsche Zündwarenmonopol.
…wird im Arpanet, dem Vorläufer des Internet, das Protokoll NCP gegen das heute noch verwendete TCP/IP ausgetauscht.
…wird in der Wostok-Station in der Ostantarktis die bis heute tiefste bestätigte Temperatur der Erde mit -89,2 °C gemessen.
…kündigt Richard Stallman mit einem Posting im Usenet das GNU-Projekt an.
…wird der Meter neu definiert als Strecke, die das Licht im Vakuum in 1/299.792.458 Sekunde zurücklegt.
…präsentiert Microsoft Windows 1.0 auf der Comdex in Las Vegas.
Ich schiebe schon die gesamte Zeit einen Rieeesenbericht über mein Wochenende und den Start der Documenta 12 her. Aber bevor ich dazu komme. Dieses Gespräch aus dem Studivz:
Ole:
Du bist eine sehr schöne und große Frau und deine Fotos sind auch toll.
Das wollte ich nur mal sagen.
yay
Ole
ana:
ich würde mich geschmeichelt fühlen wenn ich das nicht widerwärtig finden würde dass ein typ mir das schreibt der vergeben ist.
Ole:
Ich finde es widerwärtig, dass man keine Komplimente vergeben darf, wenn man vergeben ist.
Du implizierst, dass ich mit diesem Kompliment automatisch Bereitschaft zeige, mich mit dir auf etwas einzulassen. Das war gar nicht meine Intention. Dass man keiner Frau mehr sagen darf, dass sie gut aussieht, ohne dass sie gleich annehmen muss, ich möchte in ihre Hose, finde ich etwas seltsam.
Übrigens: Nur weil auf meinem Profil “vergeben” steht, muss ich nicht genau das sein.
Ich habe das eingestellt, damit mir nur geschrieben wird, wenn ernsthaftes Interesse an meiner Person besteht. Wenn man mir also schreibt, obwohl ich vergeben bin.
Ich habe wieder Lust, etwas zu spielen und möchte euch alle einladen. Das (Spiel)Objekt meiner Begierde ist diesmal: Schach!
Ja, ein Schachturnier möchte ich organisieren. Der Modus entscheidet sich je nach Anzahl der Teilnehmer. Wer hat Lust, sich in diesem Spiel zu beweisen?
Ein nützliches Tool für dieses Vorhaben ist das Schachspiel N Schach. Es unterstützt das Spielen über das Internet, im Allgemeinen denke ich aber, es wird reichen, wenn sich die jeweiligen Gegner per Email oder ICQ ihre Züge zuschicken. Von mir aus auch über das Kommentarsystem dieses Blogs.
Da ich davon ausgehe, dass Weert und Andi neue Beiträge schreiben werden und es unpraktisch wäre, diesen Beitrag hier immer suchen zu müssen, habe ich eine statische Blogseite für das Schachspiel eingerichtet.
3 Jungens (so 15, HipHop-Klamotten) stürmen in der Pause Pavillion II, wo sie zu der Zeit allerdings nicht hingehören
Autoritätsperson: Was wollt ihr denn hier? Junge: Besen! (geht in Richtung Treppe, wo tatsächlich die Feger drunter liegen). Autoritätsperson: Könnt ihr mir das noch mal richtig sagen? Jungen: (öh ja klar) BESEN! Autoritätsperson: Und jetzt in einem Satz. Jungen: (rauslaufendend) BESEN!