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14. Dezember 2008

Die Welt der Anderen XIV - Abendkühle

Zwei paar Socken. Winterstiefel.
Ein grauer Himmel. Wirkt wie stumpfes Metall. Wie eine Glocke über dem Land.
Ihr seid jetzt hier und müsst auch hier bleiben.
Vermummte Menschen kommen mir entgegen.
Ob auch sie zwei paar Socken tragen? Oder gar drei? Funktionsunterwäsche?
Wenn man sonst über die Unterbekleidung von Personen nachdenkt, hat Funktionsunterwäsche wohl nicht unbedingt oberste Priorität. Eigentlich ein interessantes Wort. Erfüllt nicht eigentlich jede Art von Unterwäsche eine Funktion?
Ein eiskalter Windstoß. Eisig schneidet er durchs Gesicht. Man macht sich klein. Will sich an einem warmen Ort verstecken. Irgendwo, wo die Funktion der Unterwäsche eine andere ist, als zu wärmen.
Da, schon wieder so ein komischer Gedanke.
Dieses Wetter macht irgendetwas mit mir. Man sollte jetzt nicht draußen sein.
Die Anderen sehen das scheinbar ähnlich, beschleunigen ihre Schritte. Pflichten abarbeiten und dann schnell woanders hin. Irgendwo. Nur raus aus dieser komischen Abendkühle.

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18. September 2007

Die Welt der Anderen XIII - Kleinigkeiten

Aufstehen.
Umgucken.
Einschlafen.

Wege durch die Welt. Immer die gleichen.

Und wenn da dann doch mal etwas anders ist … meist ignorieren wir es.
Doch manchmal, wenn auch selten, stößt sich unser Geist an irgendetwas. Nicht fassbaren, nur ein taumeln auf unserem täglichen Weg. Doch wenn wir in so eine Situation geraten, kann ein winziges kratzen an der Innenseite unseres Schädels genügen um uns gänzlich aus dem Tritt zu bringen.

Wenn wir es zu fassen kriegen, dann staunen wir. Staunen über dieses kleine, beinahe unsichtbare und darüber, dass es etwas so banalem gelingt uns zu verwirren. Und doch werden wir beim nächsten mal wieder ins stolpern geraten.
So wie man stehen bleibt wenn man im Winter unverhofft auf eine Blume trifft. Der es mühsam gelingt sich gegen Schnee und Kälte zu behaupten. Wir lächeln, freuen uns über diese Kleinigkeit, die einen trüben Wintertag zu etwas besonderem macht, und während wir noch so aus dem Alltag gerissen sind, erhalten wir von einer anderen Seite einen kleinen Stoß. Wir taumeln und machen einen Schritt um nicht zu fallen. Wir bleiben aufrecht, doch als wir nach unten schauen sehen wir, wo wir stehen.
Hätten wir uns fallen gelassen, dem Stoß nachgegeben, an der Blume könnten sich auch andere noch freuen.

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21. Februar 2007

Die Welt der Anderen XII - “… und sonst so?”

Die Sonne scheint, meine Gedanken wandern, die Füße auch.
Tragen mich an ein unbestimmtes Ziel. Irgendwohin.
In meinem Ohr singt jemand “… everything was like before”.
Meine Sonnenbrille ermöglicht mir die Welt aus einer gewissen Distanz zu betrachten.
Jemand kommt auf mich zu. Begrüßt mich, fragt wies mir geht. Ja, muss. Die üblichen Floskeln fallen.
“Warum trägst du eine Sonnenbrille? Scheint doch nicht wirklich die Sonne.”
“Naja, man muss sie ein wenig locken und so.” Auch eine Floskel, ein Zeichen das ich über meine wahren Beweggründe schweigen bewahren will. Soll er doch denken ich wäre verkatert. Hätte Augenringe in C-Rohr Größe. Oder sowas. Dabei gehts mir nur darum meine Stimmung zu verbergen. Kann man doch an meinen Augen ablesen wies mir grade geht. Ob mein Zustand nicht nur gespielt, ich eigentlich wo ganz anders sein will.

Genügend Floskeln ausgetauscht. Ich gehe weiter. Bin wieder wo anders. Nur nicht hier. Alles wie zuvor.

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26. Januar 2007

Whatever you want - Die Welt der Anderen XI

Mir ist das ja egal. Mach halt was du willst. Ich werde das so akzeptieren. Mich möglicherweise darüber innerlich aufregen, aber das was Ihr seht bleibt eisig. Nutzt ja eh nichts.
Egal ob du jetzt veruschst was zu erreichen das ich als Utopie empfinde. Oder ob ich glaube, dass da doch noch was möglich sei. Mach was du für richtig hälst. Ich beschreite den von mir gewählten Weg bis zum Ende. Und wenn am Ende nur Schmerz sein mag. Es ist mein Weg, und ich bin stolz auf ihn.

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17. November 2006

Die Welt der Anderen X - Kreuzzug ins Glück

Achja, so beginnt es also mal wieder. Der Weg durchs Tal der Tränen auf de Pfad der Schmerzen. Und doch werde ich den Weg freudig beschreiten. Zumindest den Großteil der Zeit. Macht ja irgendwo auch Spaß sowas. Und über kleine Unsicherheiten kann man mit einem offensiven Auftreten ja hinwegtäuschen.

Trotzdem habe ich eigentlich keine Lust. Aber muss wohl sein.

Die Geschichte wiederholt sich, mal wieder.

Die Toten werden erst am Ende gezählt und das was in den Geschichtsbüchern steht überlassen wir den Historikern.
Und wenn am Ende des dornigen Pfades wirklich nur Golgata liegt. Naja, dann soll es so sein.

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30. September 2006

Die Welt der Anderen IX - Nächtliche Geräusche

Freitag Nacht kurz vor drei. Bin grade mit nem Buch durch, beschließe mich mal so Richtung Schlaf zu verabschieden. Noch kurz annen Rechner, eben Musik einstellen. Dadurch entsteht eine ungewohnte Stille in meinem Zimmer. Nur die Platten summen monoton vor sich hin. Plötzlich zerreißt ein Schrei die friedliche Stille der Nacht. Und noch einer. Und immer so weiter.
Entweder ein lauter Porno von gegenüber, oder die über mir. Vermutlich die über mir. Die es bei offenem Fenster treiben, so das jeder aufwacht, sich aber beschweren wenn meine Anlage mal etwas lauter eingestellt ist.
Unglaublich ein derartiges Verhalten. Ein gedanke durchzuckt mich. Ob ich jetzt auch mal gegen die Decke klopfe? Oder wäre das zu provokant? Pietätlos?
Da war der Moment aber auch schon vorbei, die Schreie verstummten. Kurzer Blick auf die Uhr, etwa eine Minute. Für die Uhrzeit nicht schlecht. Ob sie heute Geburtstag hat?

Gute Nacht.

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10. September 2006

Die Welt der Anderen VIII - Urzeitliche Triebe? Oder doch einfach nur leicht Gaga?

Mhm ja … Is klar … Meine Narben …

Also ich kann ja verstehen, das Narben auf einem Männlichen Körper dem schwachen Geschlecht den Eindruck vermitteln, man könnte sie beschützen. Würde andere Verehrer eiskalt in Richtung Würmer schiken und so weiter. Aber sind wir aus solchen, doch eher in den Anfängen der Zivilisation zu suchenden, Bedeutungen nicht schon raus? So ein wenig?

Also ich finde schon. Natürlich freut man sich, wenn die eigenen Narben bestaunt werden und man dafür bedauert wird
“ohhh, das hat bestimmt weh getan ..”
” … was, das alles nur weil du mir unbedingt Rosen kaufen wolltest und dies die letzten im Laden waren?”
“Meine Güte, hat er dir wehgetan? Soll ich dich versorgen?”
Sowas halt. Da bekommt man dann die wunderbare Vorlage den harten Mann markieren zu können. Die Aussage allerdings, dass sie auf deine Narben steht … naja … doch eher grenzwertig … soll ich mir etwas den anderen Arm auch noch brechen, damit ich da auch welche habe? Oder beim Aufschneiden, um des Metall da wieder rauszuholen, darum bitten, dass die neuen Schnitte horizontal ausgeführt werden, damit ich auf meinem Arm XXO spielen kann …
Oder gleich zum Taschenmesser greifen und ein paar neue machen?
Ne sorry. Dat is nich so mein Ding. Schmerzen sind nicht geil. Nicht wirklich. Jedem was er mag … aber ich hab in dem Moment echt gedacht, dass sich da wohl mal jemand behandeln lassen sollte.

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14. August 2006

Die Welt der Anderen VII - … manche Farben müsste man malen können

Ich sitze im Auto, A3 um Würzburg rum.

Kevin singt in meinem Ohr, von süchtig machender Liebe.
Der Himmel verfärbt sich langsam golden. Felder und Bäume erstrahlen in einem glanz, wie man ihn nur sehr selten erlebt. Aus den Tälern an denen ich vorbei fahre steigt Nebel auf. Der goldene Glanz des Himmels schwindet langsam.
Kevin fragt ob er den Schmerz liebt, nicht normal sei.
Ein Blick gen Himmel, es scheint als sei er mit Pastellfarben ausgekleidet. Zarte blau und rot Töne geben sich ein Stelldichein mit dem orangen Glanz der untergehenden Sonne.
Wenn man diesen Himmel sieht, kann man zu dem Schluß kommen, das alles möglich sei. Menschen tun verrückte Dinge bei so einem Anblick.
Ich vielleicht auch? Mal schaun. Ich denke ich werde auf den nächsten Vollmond warten. Oder bis es irgendwann mal wieder Sternschnuppen schneit.

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22. Mai 2006

Die Welt der Anderen VI - Blumen

Ole findet meine Blumenmetaphern zu schmalzig und so. Mag sein. Hab letztens in einigen älteren Textdateien gewühlt und ein Gedicht gefunden. Dadrin gehts auch um Blumen. Als Metapher versteht sich. Außerdem tropft es quasi nur so vor Schmalz. Ich mag es trotzdem.
Ist halt wie gesagt schon etwas älter, und voller tiefstem Herzschmerz Depressionsgeseier. Also genau das was ich am liebsten mach.

- so hell der mond -
- dunkel ist’s doch -
- die blumen vergehen -
- ohne die sonne _

- benetzt von tränen -
- brennen sie doch -
- das feuer der sonne -
- vernichtet _

- des todes stille -
- keine blumen mehr -
- sonne ^ mond -
- sind vergangen _

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5. Mai 2006

Die Welt der Anderen V - Durchschaubar

Ganz weit offen steht das Tor zu meinem Innersten, Handlungen sind schon im vorraus erkennbar, werden erwartet. Und wenn ich dann wirklich so handle, ernte ich nur noch ein müdes lächeln. Der Ausdruck auf dem Gesicht der Anderen ist am besten. Man sieht die Vorfreude, weil sie wissen was mir noch nicht bewusst ist. Nämlich meine Reaktion auf das Geschehene.

Gestern beispielsweise, da wurde mir genau in dem Moment, wo ich das Kompliment brachte bewusst, das es erwartet wurde. Das ich durchschaubar geworden bin. Immer gleich. Öde. Langweilig. Als Studienobjekt wertlos, da es immer nach dem gleichen Schema agiert.
Aber was kann man dagegen tun? Ich mich ändern? Neues lernen? Oder einfach den Kreis der Bekannten wechseln?
Klingt alles irgendwie aufwendig. Und auch irgendwie Risikoreich, weil bisher bin ich mit dem was ich bin ja doch halbwegs gut gefahren.

Ne Maske wäre auch ne Idee. Dann kann man zumindest meine Gesichtszüge nimmer erkennen, und es wird schwerer zu erahnen was ich vorhabe. Außerdem würden sich dann so lästige Gefühle wie Schmerz besser verbergen lassen. Die Anderen täuschen, nicht in meine kleine Welt hineinlassen.
“Scheißegal ob ihr mich liebt, ich hab mich gern.”
Aber so wirklich würde mir des auch nicht weiterhelfen. Was wäre der Schauspieler ohne Bühne? Und meine Bühne ist nunmal eure Welt. Werde also auch weiterhin für euch spielen. Und möglicherweise gelingt es mir ja sogar ein paar neue Nummern in mein Programm einzubauen. Irgendwas um die Spannungskurve hochzuhalten. Und Cliffhanger am Ende um die Leute bei Laune zu halten.

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